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Umsichtiges Naturgucken

Welche Auswirkungen können wir haben und was ist eigentlich erlaubt?

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Bilder oben: (c) pixabay.com, Bilder in Kacheln: 1: (c) Olav Krüger/NABU-naturgucker.de, 2: (c) Lukas Kuwaczka
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Durch Wald und Wiese streifen, Natur erleben und beobachten ‒ das beglückt die Naturgucker*innen. Aber die Natur ist kein rechtsfreier Raum. Es gilt, grundlegende Gesetze und Vorschriften zu kennen und zu wissen, in welchem rechtlichen Rahmen wir uns bewegen. Und beim Naturbeobachten wollen wir die Natur ja auch nicht stören ‒ wie das gelingt und was zu beachten ist, erfahrt ihr hier …
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Durch die immer intensivere Nutzung der Landschaft, beispielsweise durch konventionelle Landwirtschaft, Fragmentierung etc., steigt der ökologische Wert naturnaher Räume rapide. Genau dort halten wir uns jedoch oft zum Naturbeobachten auf. Dabei besteht das Risiko, diese wertvollen Gebiete ungewollt und unwissentlich nachteilig zu beeinflussen. Dadurch entstehende Schäden haben insbesondere wegen der enormen Wichtigkeit der von ihnen betroffenen Gebiete ein gewisses Gewicht und müssen deshalb auf das Mindeste reduziert werden.

Sind wir mit den Hintergründen nicht vertraut, fällt dies aber oftmals schwer. Denn diese Schäden sind nur selten unmittelbar sichtbar. Hinzu kommt, dass sie nie isoliert auftreten und, je nach Fall, mehr oder minder weitreichende Auswirkungen – zum Beispiel auf andere Arten – haben können: In einem Ökosystem ist alles miteinander verbunden.
Ausbringung von Spritzmitteln, (c) Sonja Klein/NABU-naturgucker.de
Ausbringung von Spritzmitteln
(c) Sonja Klein/NABU-naturgucker.de
Zum Schutz sensibler Ökosysteme und Arten bestehen auf europäischer bis hin zur regionalen Ebene Rechtsnormen, die unseren Umgang mit und unser Verhalten in der Natur regeln. Sie bilden den rechtlichen Rahmen für unser achtsames Naturgucken.

Innerhalb der Bereiche Flora, Fauna, Funga, Boden und Gewässer gibt es bestimmte Störungsmuster, die verstanden werden können. Dieses Verständnis kann uns dabei behilflich sein, uns der komplexen Thematik zu nähern. Bei unseren Bemühungen sollten wir uns stets vergegenwärtigen: Der größte Faktor ist das menschliche Verhalten. Demnach liegt die Verantwortung bei uns selbst.

In die Natur zu gehen, sie zu beobachten und zu bewundern, ist wichtig für uns alle und dieses Bedürfnis sollte grundsätzlich erfüllt werden dürfen. Jede*r sollte dabei versuchen, unnötige Folgen für die Natur und unsere Mitmenschen zu vermeiden.
Trampelpfad in einem Wald, (c) Lukas Kuwaczka
Trampelpfad in einem Wald
(c) Lukas Kuwaczka
Die Gesamtlernzeit beträgt etwa 6 Stunden.
Das Curriculum dieses Themas legt die inhaltlichen Schwerpunkte fest und definiert die Kompetenzen, die die Teilnehmenden am Ende des Kurses erreicht haben sollten. Die Kompetenzen beziehungsweise Curriculum-Inhalte berücksichtigen dabei folgende Wissensebenen:
  • Grundlegende rechtliche Kompetenz: Welche Gesetze und Verordnungen regeln den Aufenthalt in der Natur? Welche Schutzgebietskategorien gibt es? Welche Flächen dürfen wann und wie betreten werden? Welche Beobachtungshilfsmittel dürfen wie eingesetzt werden?
  • Naturschutzkompetenz: Welche Konzepte des Naturschutzes in Bezug auf das Naturbeobachten kennen die Teilnehmenden? Welche Probleme und Stolpersteine kennen sie?
Naturwanderung, (c) lukasbieri/Pixabay
Naturwanderung
(c) lukasbieri/Pixabay
Kompetenzerwartungen
Die Kursteilnehmenden …
… kennen die essenziellen Gesetzesgrundlagen, mit denen sie als Naturgucker*innen in Berührung kommen (können) und wissen, wo Sie diese nachschlagen können.
Inhalte: Europarecht, Bundesrecht, Landesrecht, Arten und Inhalte von Rechtsnormen
… kennen die rechtlichen Rahmenbedingungen, die den Handlungsspielraum als Naturgucker*in in den verschiedenen Bereichen der Landschaft vorgeben.
Inhalte: Schutzgebietskategorien, Betreten der freien Landschaft
… wissen über die gesetzeskonforme Nutzung und den Einsatz verschiedener Hilfsmittel beim Naturgucken Bescheid.
Inhalte: Nutzung von Beobachtungs- und Aufnahmegeräten sowie Einrichtungen wie Hochsitzen, Abspielen von Tonaufnahmen
… kennen die Richtlinien über den Umgang mit Flora und Fauna sowie Teilen dieser.
Inhalte: Störung/Fang von Wildtieren, Mitnahme tierischer/pflanzlicher Produkte, Schutz-/Setz-/Brutzeiten, Hunde in der freien Natur
Hund verfolgt in Naturschutzgebiet eine mausernde Ente, (c) Gaby Schulemann-Maier
Hund verfolgt in Naturschutzgebiet eine mausernde Ente
(c) Gaby Schulemann-Maier
Kompetenzerwartungen
Die Kursteilnehmenden …
… verstehen störungsökologische Grundlagen und generelle Zusammenhänge zwischen Naturbesuchen und ökologischen Schäden.
Inhalte: Einige Grundlagen der Störungsökologie; Grundlagen der Erholungsökologie, insbesondere der Zusammenhang zwischen Besucherhäufigkeit und verursachter Schaden
… kennen die durch den Naturbesuch beeinflussten Umweltbereiche, mögliche ökologische Konsequenzen innerhalb dieser und das richtige Verhalten, um negative Auswirkungen zu vermeiden.
Inhalte: Mögliche Folgen für Flora, Fauna, Pilze, Boden und Gewässer sowie das daraus abgeleitete richtige Verhalten
… kennen besondere Verhaltensweisen beim Naturbeobachten, die ökologische Folgen haben.
Inhalte: Verhaltensweisen und ihre Konsequenzen
Spuren im Schnee, (c) Sonja/NABU-naturgucker.de
Spuren im Schnee
(c) Sonja/NABU-naturgucker.de
Bei den meisten unserer Lernthemen gibt's zum Schluss einen Abschlusstest, aber hier haben wir auf einen solchen Test verzichtet. Wir bieten auch kein Online-Seminar zu diesem Thema an. Dennoch legen wir euch die Inhalte dieses Themas ans Herz, denn sie gehören zum Grundwissen von kompetenten und engagierten Naturgucker*innen. 
Viel Spaß bei der Bearbeitung!
Ob beim Reisen, Wandern oder Arbeiten – neue Landschaften und Ökosysteme zu entdecken, ist Lukas Kuwaczkas Hauptmotivation. Er hat einen Bachelor in Geowissenschaften und einen Master in Landschaftsökologie, wobei er seinen Fokus bei Letzterem auf die Pflanzen legte. Seitdem ist sein Blick auf die Wegränder gerichtet und seine imaginären Artenlisten von Orten wachsen.

Während des Studiums half er bei floristischen Aufnahmen und arbeitete im Ökologisch-Botanischen Garten der Universität Bayreuth. In seiner Masterarbeit ging er der Frage nach, wie sich die Auswirkungen bestimmter Besuchergruppen auf Ökosysteme unterscheiden.

Er begeistert sich zudem für regenerative Landwirtschaft, die er durch mehrere längere Farmaufenthalte auch praxisnah kennenlernen konnte.

Lukas ist in der NABU|naturgucker-Akademie für das Contentmanagement und die Grafiken zuständig. Im Thema „Umsichtiges Naturgucken“ ist er Autor des Kapitels „Mögliche Auswirkungen des Naturbesuchs”.
Pfadfinder zu sein, bedeutet nicht zwangsläufig, immer auf dem richtigen Weg zu sein, aber bei Erkundungs- und Beobachtungstouren war das natur- und wildtiergerechte Verhalten stets ein wichtiger Fokus. Schon immer faszinierte Ronja Schütz das Gefüge zwischen Mensch und Wildtieren (mit dem dazugehörigen Konfliktpotenzial).

Nach ihrem Masterstudium in Global Change Ecology, begleitet durch ein Umweltrecht-Zusatzzertifikat, lernte sie beim NABU Baden-Württemberg die vielfältigen Seiten der verbandlichen Naturschutzarbeit kennen und ist heute in der Herdenschutzberatung der FVA Baden-Württemberg tätig.

Für die NABU|naturgucker-Akademie erstellt Ronja im Thema „Umsichtiges Naturgucken“ als Autorin das Kapitel „Rechtliche Grundlagen”.
Ronja Schütz
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1. Rechtliche Grundlagen
       1.1. Normengrundlagen
       1.2. Flächenbezogenes Recht
       1.3. Was Naturgucker*innen beim Beobachten berücksichtigen müssen

2. Mögliche Auswirkungen des Naturbesuchs
       2.1. Hinterlassen wir Spuren?
       2.2. Ein Weg durch alle Bereiche
       2.3. Weiteres Verhalten in der Natur
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Kapitel

Inhalt

Gesetze und Vorschriften rund ums Naturgucken
Wie stören wir die Natur am wenigsten?